Typologie des Blicks

Der Blick wurde durch die psychoanalytische Sprache von Jacque Lacan in den Vordergrund gerückt. Aber er betonte nur eine Art von Blick, den phallischen Blick. Hier möchte ich verschiedene Typologien verbreiten.

Ich möchte eine Erzählung von Lacans Blick, dem Phallischen, beginnen. Der Phallus hat starke libidinöse Konnotationen, was bedeutet, dass der Blick sexuell ist. Das Phallische umfasst die männliche Sexualität bis ins Mark. Es ist typisch für die männliche Libido, dass er, wenn er eine attraktive Frau sieht, deren Adrenalin im Gehirn steigt, das Thema mit einem Symptom einer erregten libidinösen Geste verfolgt. Zum Beispiel verwenden wir auch heute noch in der Sprache den Satz: „Sie ist heiß und nicht er“.

Um den weiblichen Blick, insbesondere den erotischen, zu kommentieren, möchte ich auf die Sprache der höfischen Liebe zurückkommen. Man muss einer Frau buchstäblich gefallen, um ihre subjektiven Neigungen zu gewinnen, und auch das ist eine sehr schwierige Aufgabe. Eine Frau zu umwerben ist das Schwierigste auf der Welt. Sie müssen ihr mit Worten gefallen, sie mit Zuneigung überreden und ihre Seele mit Liebe beleben. Sexualität ist für sie im Gegensatz zu Männern ein zweitrangiges Anliegen. Ihr Erbgut ist auf höfische Liebe abgestimmt und höfische Liebe hat keinen signifikanten Revisionismus erfahren.

Als nächstes möchte ich eine neue Terminologie für den Blick einführen, der als animistischer Blick bezeichnet wird. Dieser Blick hängt mit der Faszination des primitiven Menschen für animistische Objekte zusammen, die rituelle Totems sind. Wenn man sich einem animistischen Blick unterzieht, ist man beeindruckt, man ist entzückt oder man fühlt eine intensive Abstoßung. Das Animistische ist völlig subjektiv und umfasst die menschliche Tendenz, sehr emotional und subjektiv zu sein.

Dann gibt es den kausalen Blick oder den Blick. Zum Beispiel: Ich starre auf den Stuhl und erkenne seine Existenz nachdenklich an, aber ich lasse nicht zu, dass er den Inhalt meines Bewusstseins stört. Der Stuhl existiert und ich denke länger über seine Existenz nach.

Der nächste Blick, den ich in den Rahmen stellen möchte, ist der objektive Blick. Der objektive Blick ist analytisch. Man untersucht durch den Blick Gründe, Ursachen, Wirkungen oder Lösungen. Der objektive Blick ist ein wissenschaftlicher, mathematischer, logischer und philosophischer Blick.

Als nächstes möchte ich den schwulen Blick klassifizieren. Ich möchte zwei neue Typologien vorstellen, die aus der Jungschen Psychologie abgeleitet sind. Sie sind die Anima für den weiblichen oder den lesbischen Blick und der Animus für den Homosexuellen. Was ist der Blick der Anima? Ich möchte die Fußabdrücke von Jung verfolgen und sie vor der Haustür des archetypischen Weiblichen lassen. Die Anima ist eine weibliche, die mit der weiblichen Psyche und ihrer Libido ausgestattet ist. Was ist der Blick des Animus? Der Animus zeigt die archetypische Männlichkeit. Wir können es in der berühmten Nacktskulptur von David von Michael Angelo sehen. David wird als poetische Jugend mit einer Metapher geschmückt, die die Seligsprechung mit dem Akt zeigt. Der Animus zeigt Homosexualität anschaulich.

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