Bushido und Seppuku – Der Kodex der Samurai und der rituelle Selbstmord

Das Konzept von Bushido, dem Weg des Kriegers, begann wahrscheinlich irgendwann im 7. Jahrhundert in Japan. Die Idee eines Kriegerdichters wurde in Japans ältestem Buch, dem Kojiki, vermittelt. Erst spät in der Muromachi-Zeit (1336-1573) tauchte der Begriff tatsächlich in Texten auf. In dieser Zeit gibt es eine Fülle literarischer Hinweise auf Bushido-Ideale.

Loyalität gegenüber dem eigenen Meister, kindliche Frömmigkeit und Ehrfurcht vor dem Kaiser waren in frühen Bushido-Schriften übliche Konzepte. Diese Konzepte zeigen deutlich den Einfluss des Konfuzianismus auf die Bushido-Philosophie. Von Samurai wurde erwartet, dass sie fair, höflich, ruhig sind und immer lernen, sich als Samurai zu verbessern. In der Bushido-Philosophie ist das ultimative Ziel für einen Samurai, einen ehrenvollen Tod im Kampf zu finden.

Die Nichteinhaltung des Bushido-Kodex würde einen Samurai und seine Familie entehren. Manchmal durfte ein beschämter Samurai von seinem Meister Seppuku oder rituellen Selbstmord begehen. Samurai, die sich selbst beschämt hatten, mussten um Erlaubnis bitten, Seppuku zu begehen, da dies als ehrenhafter Tod angesehen wurde. Seppuku wurde auch von Samurai als ehrenvolle Alternative zur Gefangennahme durch Feinde benutzt.

Samurai wurden normalerweise gewaschen und in weißen Gewändern gekleidet, um sich auf Seppuku vorzubereiten. Es war auch üblich, ein „Todesgedicht“ zu verfassen, das wahrscheinlich im Voraus vorbereitet werden würde. Die Samurai setzten sich dann vor ein vorbereitetes Messer, das Tanto genannt wurde. Um die Handlung zu erleichtern, würde ein Kaishakunin oder ein Begleiter, der oft als „Sekunde“ bezeichnet wird, mit einem langen Schwert anwesend sein. Nachdem die Samurai den Tanto in den Bauch getaucht hatten, enthaupteten die Kaishakunin die sterbenden Samurai.

Im Westen wird der Begriff „Hari Kari“ oft fälschlicherweise verwendet, um Seppuku zu beschreiben. Dieser Begriff stammt aus dem japanischen Wort „harakiri“, was wörtlich übersetzt „Magenschnitt“ bedeutet. Es ist eine Umkehrung der Kanji-Zeichen, die in Seppuku verwendet werden (wörtlich: geschnittener Magen). Seppuku gilt als formeller und wird normalerweise schriftlich verwendet, während Harakiri (nicht Hari Kari) in der Sprache verwendet wird.

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